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Internationaler Migrationsausblick

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PPT von Thomas Liebig (OECD) für das Webinar des OECD Berlin Centres am 19.10.2020

Publié dans : Actualités & Politique
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Internationaler Migrationsausblick

  1. 1. WIE WIRKT SICH DIE PANDEMIE AUF MIGRATION UND INTEGRATION AUS? OECD Internationaler Migrationsausblick 2020 Thomas Liebig Leitender Ökonom Abteilung für internationale Migration Paris/Berlin, 19.10.2020
  2. 2. I. Trends in der internationalen Migration und Einfluss von COVID-19 II. Einfluss von COVID-19 auf die Integration von Zuwanderern und deren Kindern Übersicht 2
  3. 3. I. Trends in der internationalen Migration und Einfluss von COVID-19 3
  4. 4. Bereits vor COVID-19 war die Migration nach Deutschland und Österreich rückläufig 4 • In 2019 waren die Zuflüsse an Einwanderern in Deutschland und Österreich wieder auf ähnlichem Niveau wie vor der Flüchtlingskrise • In absoluten Zahlen war Deutschland jedoch weiterhin nach den USA das zweitwichtigste Empfangsland 0.0 0.5 1.0 1.5 2.0 % 2019 (Nationale Angaben) 2019 (Standardisierte Daten) Durchschnitt 2010-18 2.8 3.7 3.8 Dauerhafte Migrationsströme in ausgewählte OECD Länder, 2019, in % der Bevölkerung
  5. 5. Wettbewerb um internationale Studenten hatte sich vor der Pandemie verschärft 5 • Ständiger Anstieg der Zahl internationaler Studenten in der OECD, zuletzt +5% • Deutschland hat in 2018/2019 kräftig aufgeholt (+20% internationale Studenten) und ist jetzt deutlich vor Frankreich wichtigstes nicht-anglophones Empfangsland 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000 Gesamt (in 1000)- 2018 Internationale Studierende, 2018/19, in Tausend
  6. 6. Historischer Rückgang in der Migration durch die Pandemie im ersten Semester 2020 6 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 Jan Feb Mar Apr May Jun Schweden 2019 2020 0 20 40 60 80 100 120 Jan Feb Mar Apr May Jun Deutschland 2019 2020 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 Jan Feb Mar Apr May Jun Japan (Ankommende) 2019 2020 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 Jan Feb Mar Apr May Jun Korea (Ankommende) 2019 2020 0 20 40 60 80 100 120 Jan Feb Mar Apr May Jun Österreich 2019 2020 0 20 40 60 80 100 120 Jan Feb Mar Apr May Jun Schweiz 2019 2020 Januar 2019 = 100
  7. 7. Ausblick auf die Migrationsflüsse 7 • Die Pandemie hat zu einem historischen Rückgang in der Migration geführt • Für Deutschland (und in geringerem Masse für Österreich und die Schweiz) wird entscheidend sein, wie stark die Arbeitsmarktsituation innerhalb Europas divergiert – vor allem die Situation in Südeuropa • Der Ausblick für die Arbeitsmigration aus Drittstaaten bleibt sehr gedämpft • Zugleich wird der Wanderungsdruck in den Ursprungsländern ansteigen – und damit ergibt sich eine zunehmende Divergenz von Migrationswünschen und den Möglichkeiten • Im Bereich der Hochqualifizierten und der internationalen Studenten werden die Karten neu gemischt – Deutschland (und auch AT und CH) haben hier gute Chancen
  8. 8. II. Einfluss von COVID-19 auf die Integration von Zuwanderern und deren Kindern 8
  9. 9. • Höhere Armut und schlechte Wohnbedingungen (schlechte Standards der Unterbringung, zusammenlebende Großfamilien, Überbelegungen) • Leben in Gebäuden und Gegenden mit höherer Bevölkerungsdichte, mit häufigerer Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel • Häufig tätig in systemrelevanten Berufen, die nicht von zu Hause ausgeführt werden können. Oft auch mit unsicheren Arbeitsbedingungen bezüglich sozialer Distanz in manchen spezifischen Branchen. • Migrantenspezifische Faktoren: in vielen Ländern schlechterer Zugang zu Tests aufgrund der rechtlichen Situation, weniger Sozialversicherungsschutz, eingeschränkter Zugang zu Informationen aufgrund mangelnder Kenntnis der Sprache des Gastlandes und kleinerem Netzwerk (gerade in Dtl. wurde aber viel in die Information von Migranten investiert) • Das Infektionsrisiko war z.B. zweimal so hoch wie das der im Inland Geborenen in Kanada (Ontario), Dänemark, Norwegen, Portugal (Lissabon), Schweden. 2 Zuwanderer sind einem erheblich höheren Risiko einer COVID-19-Infektion ausgesetzt
  10. 10. Migranten können seltener Telearbeit machen 10 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Zuwanderer im Inland Geborene 57 51 Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung, die von zu Hause aus arbeiten kann (nach Geburtsort), in %
  11. 11. Höhere Sterblichkeit durch COVID-19 für Migranten? 11 10 11 12 13 14 15 16 17 18 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 % Woche Schweden 2015-2019 Schweden 2020 Frankreich 2019 Frankreich 2020 Anteil der Zuwanderer unter den Todesfällen in Frankreich und Schweden, März-April 2020 im Vergleich zu Vorperioden Auch Hinweise auf deutlich höhere Sterblichkeit in den Niederlanden, den USA, und dem Vereinigten Königreich
  12. 12. • Häufiger in unstabilen Arbeitsverhältnissen; kürzere Betriebszugehörigkeit • Diskriminierung nimmt in wirtschaftlichen Schwächephasen zu • Netzwerke werden ebenfalls relevanter – die sind bei Migranten schwächer • Gerade die vielen Neuzuwanderer – darunter die Flüchtlinge – sind davon besonders betroffen • Migranten sind in Branchen, die besonders von der Pandemie betroffen sind, überproportional häufig vertreten 2 Zuwanderer – und vor allem Neuzuwanderer - sind auch einem höheren Risiko der Arbeitslosigkeit ausgesetzt
  13. 13. 40% aller Beschäftigten im Gastgewerbe sind Migranten 13 Anteil der im Ausland Geborenen unter allen Beschäftigten und Selbständigen im Gastgewerbe, 2016-18, in % 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 Alle Selbstständigen Erwerbstätige Bevölkerung 70 5379 51
  14. 14. Das Gastgewerbe hat insbesondere hohe Bedeutung für Neuzuwanderer 14 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 % Neuzuwanderer im Inland Geborene Niedergelassene Migranten Anteil des Gastgewerbes an der gesamten Beschäftigung, 2016-2018, in %
  15. 15. Der Beschäftigungsrückgang war bei den Migranten besonders stark ausgeprägt 15 Veränderung in der Erwerbstätigenquote zwischen Q2 2019 und Q2 2020, nach Geburtsland, in Prozentpunkten -10 -8 -6 -4 -2 0 2 Zuwanderer im Inland Geborene
  16. 16. Das gleiche gilt für den Anstieg der Arbeitslosigkeit 16 Veränderung in der Arbeitslosenquote zwischen Q2-2019 und Q2-2020, nach Geburtsland, in Prozentpunkten -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 Zuwanderer im Inland Geborene Administrative Daten, nationale Definition LFS Daten, ILO Definition Daten für DE, AT, CH: Ausländer vs. Inländer
  17. 17. Weitere Fakten Arbeitsmarkt 17 • Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Flüchtlingen um 5 Prozentpunkte – 3x so viel wie bei Deutschen/Österreichern • Auch EU-Ausländer in Deutschland und der Schweiz 2x so stark betroffen wie Inländer – aber weniger als Drittstaatsangehörige • In Deutschland mussten Personen mit Migrationshintergrund 42% des bisherigen Anstiegs der Arbeitslosigkeit schultern, Daten für Ausländer in Österreich: 41% und der Schweiz :46%. Für Ausländer in Deutschland: 34
  18. 18. • Vor allem bei Schulschliessungen haben Migrantenhaushalte strukturelle Nachteile: geringerer Zugang zu ruhigen Lernplätzen und zu Computern – vor allem aber weniger Zugang zur Interaktion in der deutschen Sprache • Höheres Risiko der Loslösung vom Schulsystem? Erste Hinweise aus Frankreich und den Niederlanden 2 Einfluss auf Bildung für Migrantenkinder 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 DEUTSCHLAND Norwegen Finnland Schweden ÖSTERREICH USA Dänemark Niederlande SCHWEIZ Italien Vereinigtes Königreich Irland Frankreich Belgien Spanien Portugal % Im Ausland geboren Im Land geboren, mit zugewanderten Eltern Anteil der Kinder (15 Jahre), bei denen zu Hause nicht die Unterrichtssprache gesprochen wird, in %
  19. 19. Ausblick auf die Integration 19 • Vor der Pandemie gab es erhebliche Integrationsfortschritte zu verzeichnen • Beschäftigungsquote von Migranten in Deutschland war Ende 2019 mit über 71% auf Rekordstand (auch in AT: fast 70%); • auch bei der Integration von Kindern von Einwanderern gab es erhebliche Fortschritte • Die Pandemie bedroht diese Fortschritte; insbesondere für die Neuzugewanderten (und hier vor allem die Flüchtlinge) • Um die Problemfelder und Lösungen zu identifizieren, ist ein verstärktes Monitoring der Situation von Migranten und ihren Kindern im Hinblick auf Gesundheit, Arbeitsmarkt und Bildung erforderlich • Das Thema Diskriminierung verlangt besondere Aufmerksamkeit • Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, die Leistungen von Migranten zu würdigen
  20. 20. www.oecd.org/migration Thomas.Liebig@oecd.org Für weitere Informationen zur Arbeit der OECD im Bereich Migration und Integration 20

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